Tübingen vom Wasser aus ist eine andere Stadt. Vom Marktplatz oder von der Eberhardsbrücke siehst du die Häuser, die Türme, die Studenten, aber du siehst sie wie alle anderen auch. Vom Stocherkahn aus, ein paar Meter unter Straßenniveau und näher am Wasser, schaust du Tübingen direkt ins Gesicht. Hier sind sieben Stellen, an denen wir auf jeder Fahrt für einen Moment einfach treiben lassen.
01 Die Neckarfront
📍 Zwischen Eberhardsbrücke und WöhrdstraßeDas berühmteste Motiv Tübingens: die bunten Altstadthäuser über der grünen Steinmauer am Neckar. Vom Boot aus siehst du nicht nur die Reihe, sondern auch, wie die Häuser sich nach oben schieben, gelb, ocker, rosa, weiß. Im Sonnenuntergang spiegeln sie sich im Wasser und Tübingen sieht plötzlich aus wie eine südliche Stadt. Das beste Foto gelingt ungefähr zwischen Hölderlinturm und Stiftskirche, vom Wasser aus Richtung Norden.
02 Der Hölderlinturm
📍 Bursagasse 6Der gelbe Turm direkt am Wasser, in dem der Dichter Friedrich Hölderlin die letzten 36 Jahre seines Lebens verbrachte. Damals galt er als „Wahnsinniger". Heute ist im Turm ein kleines Museum. Vom Kahn aus siehst du genau den Erker, an dem Hölderlin saß und auf den Neckar schaute. Wenn du Zeit hast, lohnt sich der Besuch, auch wenn du sonst kein Gedichte-Mensch bist.
03 Die Stiftskirche
📍 Über der AltstadtVom Wasser aus siehst du den Turm der Stiftskirche St. Georg über den Dächern aufragen. Sie wurde Ende des 15. Jahrhunderts gebaut und ist damit eine der ältesten Universitätskirchen der Region. Spannender als die Architektur: In der Gruft liegen 13 württembergische Herzöge, direkt unter dem Touristenstrom.
04 Das Nadelöhr
📍 Westende der NeckarinselDie engste Stelle der gesamten Tübinger Wasserstraße. Hier wird der Neckar an einer Stelle so schmal, dass nur ein einziger Stocherkahn durchpasst. Das ist auch der Ort, an dem beim jährlichen Stocherkahnrennen im Juni die Action passiert: hundert Boote, ein Nadelöhr, ein Sieger. Wenn ihr die Stelle einmal aus der Nähe seht, versteht ihr, warum das Rennen so brutal lustig ist.
05 Die Platanenallee
📍 Nordufer der NeckarinselDie wahrscheinlich schönste Allee Deutschlands: über 200 Platanen entlang der Neckarinsel, gepflanzt Anfang des 19. Jahrhunderts. Vom Wasser aus siehst du die Bäume aus einer Perspektive, die Fußgänger nicht haben, das Blätterdach von unten und die Wurzeln, die ins Wasser ragen. Im Sommer ein grüner Tunnel, im Herbst feuerrot.
06 Die Burse
📍 Bursagasse, direkt am HölderlinturmDas gelb-rosa Gebäude neben dem Hölderlinturm war einmal eine Studenten-Burse (also ein WG-Wohnheim im 15. Jahrhundert). Hier wohnten unter anderem Hegel, Hölderlin und Schelling während ihres Studiums, drei der wichtigsten deutschen Philosophen, alle gleichzeitig in einem Haus. Wenn ihr darüber nachdenkt, was die wohl beim Abendessen besprochen haben, wird die Fahrt nochmal ein anderes Ding.
„Tübingen hat in 100 Jahren mehr Philosophen produziert als die meisten Länder in 500. Und alle haben aus dem Fenster auf den gleichen Neckar geschaut wie wir gerade."
07 Die Casinospitze
📍 Östlicher Inselspitz, am CasinoWo der Neckar sich um die Neckarinsel teilt und wieder zusammenfließt, am östlichen Ende der Insel beim Casino-Anleger. Hier hat man den weitesten Blick: rechts die Neckarfront, links die Allee, vorne der offene Fluss. Wer mit uns 1,5 Stunden unterwegs ist, sieht diese Stelle automatisch. Bei der Schnupperfahrt (1 Stunde) kehren wir vorher um.
Wie sehen wir das alles am besten?
Wir empfehlen die 1,5-Stunden-Runde um die Neckarinsel. Das ist die einzige Tour, die alle sieben Stellen abdeckt. Eine Stunde reicht für die Neckarfront, den Hölderlinturm und die Burse. Zwei Stunden sind Luxus: Dann lassen wir an den schönsten Stellen ein paar Minuten lang einfach treiben.
Wenn euch eine bestimmte Stelle besonders interessiert, sagt es uns. Wir richten die Tour nach euch, nicht nach Programm.
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